748 Laufen wird erstmalig erwähnt

Einem Streit zwischen dem damaligen Herzog Odilo von Bayern und dem Bischof Virgil vom Bistum Salzburg, welches damals noch zu Bayern gehörte, verdanken wir die erste urkundliche Erwähnung von Laufen.
Der Originaltext in den "BREVES NOTITIAE" lautet:

"Hoc igitur Otilo dux reddere noluit, sed comparare hoc voluit a Virgilio episcopo cum eo, quod habuit ad Loffi."

"Das wollte Herzog Odilo nicht hergeben, sondern wollte es mit Bischof Virgil eintauschen gegen das, was er zu Laufen hatte."

Bischof Virgil hat dies aber abgelehnt, was einmal mehr ein Beweis für fehlende Weitsicht in der hohen Politik ist.
1050 Laufen als "urbs" genannt
Obwohl das lateinische Wort "urbs" Stadt bedeutet, wird es wohl die Bedeutung von Burg haben, denn vor dem 12 Jhd. gab es in Bayern bis auf die Herzogstadt Regensburg keine vollentwickelten Städte.
1166 Kaiser Barbarossa in Laufen

Kaiser Friedrich I., besser bekannt unter dem Namen Barbarossa, hält am 29. März einen Hof- und Gerichtstag in Laufen ab. Unter dem Vorsitz Barbarossas verurteilten die versammelten Fürsten den Erzbischof von Salzburg, Konrad II., in dessen Abwesenheit und belegten ihn mit der Reichsacht. Der Grund: Konrad II. bekannte sich offen gegen den von Barbarossa eingesetzten Gegenpapst Paschal III. und für Papst Alexander III., der sich in Folge gegen vier Gegenpäpste durchsetzen mußte.

1278 Erlaß einer Ausfergenordnung
Erbischof Friedrich II. von Walchen erläßt am 31. Januar eine Ausfergenordnung (Ausferge = Schiffer), in der 40 Laufenern Einwohnern - es mußten also keine Bürger sein - das Ausfergenamt übertragen wurde. Damit stand allein den Lau-fenern das Recht zu, Salz von Hallein nach Laufen auf der Salzach zu trans-portieren.
1316 Erste Erwähnung einer Schule
Erste urkundliche Erwähnung einer "Schule von Unser Lieben Frau", die sich auf dem Grund des heutigen Pfarrheims befand.
1330 Baubeginn der Hallenstiftskirche
Die Bauarbeiten zur gotischen Hallenkirche "Unser Lieben Frau" werden begonnen und dauern bis zum Jahre 1338. Die aufwendigen Kosten werden von Laufener Edelleuten, die alten Rittergeschlechtern entstammen, übernommen. Die Hallenstiftskirche erhebt sich eindrucksvoll an der Salzachschleife und ist als weithin sichtbaren Bauwerk eines der Wahrzeichen von Laufen.
1333 Salztransport auf dem Wasserweg
König Ludwig der Bayer ordnet an, daß das Salz aus Hallein nur noch zu Wasser und nicht mehr auf den bayerischen Straßen verfrachtet werden darf. Dieses Zugeständnis mußte sich Erzbischof Friedrich III. von Salzburg abringen lassen und führte zu einer Stärkung der Laufener Schiffahrt.
1404 Gewährung der Brückenmaut
Erzbischof Gregor Schenk von Osterwitz verleiht am 20. April der Stadt den landesherrlichen Brückenzoll. Verbunden mit dem einträglichen Privileg war die Auflage, die Brücke bei Beschädigungen wieder instandzusetzen, was bei den vielen Hochwassern leider recht häufig vorkam.
1540 Errichtung eines Wasserturms
Um die städtische Wasserversorgung zu gewährleisten, wurde im "Oberen Dorf" ein Wasserturm samt Pumpwerk errichtet, von dem aus eine hölzerne Leitung bis zum Schloß führte. Noch heute ist der Wasserturm als Wahrzeichen im heutigen Oberndorf zu sehen.
1663 Verherrende Feuersbrunst

Am 30. August bricht zwischen 2 und 3 Uhr nacht im Stall des damaligen Gastwirts und Bürgermeisters Virgil Ettenauer ein Brand aus und legt die halbe Stadt in Schutt und Asche. Wie durch ein Wunder wird das Haus des Schiffmeisters Thomas Tettenbacher, der in der Brandnacht abwesend war, inmitten der Feuersbrunst von der Zerstörung ausgenommen. Seine Frau Sophia Haidenthaler hatte auf der Flucht vor den Flammen geschworen, daß sie, sollte ihre Familie und das Haus unbeschadet bleiben, das Haus schätzen lassen werde und die Hälfte des Schätzwertes an die Armen der Stadt geben wolle.

1773 Nocken wird gesprengt
Der aus einem markanten Felsriff gebildeten "Nocken", der in der rechten Flußhälfte aus dem Wasser ragte, wird gesprengt. Der "Nocken" war aber nicht nur ein Hindernis, das es zu umschiffen galt, sondern an ihm waren auch deutlich sichtbar Wasserstandsmarken angebracht, die den Schiffleuten anzeigten, ob eine Fahrt, sei es wegen Hoch- oder Niedrigwasser, noch gefahrlos möglich war.
1816 Laufen wird geteilte Stadt
Am 14. April kommt es zwischen Bayern und Österreich zum Vertrag von München. Darin verzichtet Bayern auf Salzburg, erhält im Gegenzug dafür die Pfalz. Die Salzach wird zum Grenzfluß zwischen den beiden Staaten. Mit einem Schlag sinkt die Bevölkerung von 14.000 auf knapp 5.000, da gerade die bevölkerungsreichen Gebiete an Österreich fallen.
1818 "Stille Nacht, Heilige Nacht"
Erstmals wird am 24. Dezember in der Oberndorfer St. Nicola Kirche das Lied "Stille Nacht, Heilige Nacht" gespielt. Sowohl der Organist Franz Xaver Gruber, der die Melodie komponierte, als auch der Geistliche Joseph Mohr, der den Text schrieb, sangen bei der Uraufführung des weltweit bekannten Liedes mit.
1899 Größtes Hochwasser in Laufen

Die Katastrophe bricht am 14. September über Laufen herein. Wo normalerweise 250 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fließen, ergossen sich nun 3.600 Kubikmeter Wassermassen durch das Flußbett.
Von mehreren Häusern waren nur noch die Schornsteine zu sehen und ein auf der Salzach treibendes Haus riß die Brücke fort. Der in Oberndorf entstandene Schaden war so groß, daß sich die Bevölkerung zu Ortsverlegung flußaufwärts entschloß.

1903 Eröffnung der neuen Brücke
Nach der Zerstörung der Holzbrücke 1899 entschloß man sich zum Bau einer neuen stabilen Brücke aus Eisen. Der Standort wurde flußaufwärts verlegt und zur Verwirklichung wurden am Marienplatz 2 Häuser abgerissen. Nach Abschluß der Bauarbeiten im Mai 1903, fanden am 2. Juni die gemeinsamen Feierlichkeiten statt.
1965 Honi soit qui mal y pense
Am 23. Juli wird der Autor dieser Homepage geboren. Ein wahrlich historisches Ereignis, das sich nahtlos in die Reihe der hier dokumentierten Begebenheiten einfügt.
1998 1250 Jahre Laufen-Oberndorf
Die Vorbereitungen zur 1250-Jahr-Feier beginnen und dauern bis 1999.
Insbesondere die vielen Vereine mit ihren zahlreichen und vielfach aufwendigen Veranstaltungen versuchen diesem historischen Ereignis den ihm gebührenden Rahmen zu schenken.